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Mittelwände

19 Mrz Mittelwände

Durch das Einhängen von Mittelwänden geben die Imker zum Einen den Bienen vor, wo gebaut werden soll, zum Anderen erleichtern die Imker den Bienen damit den Wabenbau. Einen Grossteil des Wachses können die Bienen aus den Mittelwänden nutzen. Die Qualität des Rohwachses sowie die Aufarbeitung und Weiterverarbeitung ist mitentscheidend dafür, ob die Bienen die Mittelwand zügig und gleichmäßig ausbauen. Natürliche „Verunreinigungen“ wie z.B. Pollen, Propolis, Honig stellen kein Problem für die Qualität der Mittelwände dar. Sie sind natürlicher Bestandteil des Bienenvolkes.

Oft bringt der Imker aber leider selbst Verunreinigungen ins Wachs ein. Hier sind in erster Linie die erlaubten und nicht erlaubten Varroabehandlungsmittel zu nennen. Diese akkumulieren sich zum Teil im Bienenwachs, z. B. der Wirkstoff vom Perezin (Cumafos). Um diese Stoffe aus dem Wachs zu entfernen, muß ein großer Aufwand betrieben werden. Ähnlich wie beim Honigkauf, ist der Kauf von Mittelwänden Vertrauenssache. Meines Erachtens sollte hier die Devise lauten: Qualität geht vor Quantität.


Generell gibt es drei Arten von künstlichen Mittelwänden:

KUNSTSTOFFWABEN:

Sie haben den Vorteil, dass sie sich im Volk nicht wellen, gerade stehen und nicht zerbrechen. Ich denke sie sind jedoch ein Fremdkörper im Bienenvolk und man „vergewaltigt“ das Volk hiermit. Sie haben keine Möglichkeit sich den Kunststoffwaben zu entziehen. Manchmal frage ich mich, was will man den Bienenvölkern noch zumuten. Auch sehe ich keinen Vorteil gegenüber einer herkömmlichen Mittelwand.

GEGOSSENE MITTELWÄNDE:

Hier wird flüssiges Wachs zwischen zwei sich drehenden Walzen, die eine Wabenprägung haben, gegeben. Die Walzen werden gekühlt. Das Wachs erstarrt und kommt als Wachsband aus der Maschine und wird auf Länge und Breite geschnitten.

GEWALZTE MITTELWÄNDE:

Bei den gewalzten Mittelwänden wird eine gegossene Wachsplatte bzw. ein glattes Wachsband, welches separat hergestellt wird, zwischen zwei sich drehende Prägewalzen gegeben. Hier wird durch Druck die Zellenanordnung eingeprägt.

Die gegossenen Mittelwände sind für den Imker unangenehmer, da sie „härter“ sind als gewalzte Mittelwände und von daher leicht zerbrechen. Sie sind aber für die Bienen besser, weil sie mehr Wachs zur Verfügung haben. Sie werden in der Regel auch schneller ausgebaut, weil das „Y“ Gebilde sich beim Gießvorgang nicht verschiebt.

Die gewalzten Mittelwände sind für den Imker angenehmer, weil sie wesentlich flexibler sind als gegossene Mittelwände. Aufgrund dieser Eigenschaft werden sie häufig zur Herstellung von gedrehten Kerzen verwendet. Sie haben jedoch den Nachteil, dass sie sich im Volk wellen und nicht als Wachslieferant zur Verfügung stehen, da in der Regel dünner sind als gegossene Mittelwände. Durch den mechanischen Prägevorgang besteht auch die Gefahr, dass sich die Ober- und Unterseite des Wachsbandes verschiebt. Dadurch verschiebt sich natürlich auch das „Y“. Die Bienen tragen es um, bis es wieder an der richtigen Stelle ist. Dies ist auch mit ein Grund, weshalb die Bienen gewalzte Mittelwände nicht so schnell ausbauen.

Von einigen Stellen wird propagiert, dass ein eigener Wachskreislauf anzustreben sei. Dies ist vom Prinzip her zu befürworten. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass dies nur ein erster Schritt sein kann, wenn die Imker ihre Mittelwände selbst herstellen. Die meisten Imker dürften nicht in der Lage sein, das Wachs gegen Faulbrutsporen zu entseuchen. Die Entseuchung wird bei 125°C durchgeführt. Von den technischen Möglichkeiten her geht dies nur unter Druck bzw. mit Hilfe von Thermo-Öl.
Das angelieferte Rücklaufwachs von den Imkern wird bei mir im Betrieb bei 125 °C entseucht. Anschließend wird 50% Neuwachs von der Wachswarenfabrik hinzugemischt.

Das Rücklaufwachs benötige ich, um den Geruch in den Mittelwänden zu haben, das Neuwachs um eventuell vorhandene Rückstände im Rücklaufwachs zu halbieren.

Die von mir hergestellten gegossenen Mittelwände zur Kerzenherstellung werden ausschließlich aus Ultrafeingefiltertem Neuwachs hergestellt. Der Nachteil hierbei ist, dass alle Stoffe, die dem Wachs den typischen Geruch verleihen wie Propolis, Pollen und Honig herausgefiltert werden. Der große Vorteil liegt jedoch darin, dass diese Stoffe nicht mehr den Kerzendocht zusetzen können. Dies stellt meines Erachtens einen größeren Vorteil dar, als der fehlende Geruch.

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